von Sarah | Feb. 13, 2016 | MENTAL HEALTH
Gerade rezensierte ich das Buch „Die Fettlöserin“ von Nicole Jäger und schaute mir mal die Amazon-Rezensionen an, die es schon gab. Meine Herren, also dass manche so dagegen wetterten. Schon krass! Aber genau das war der Punkt an dem ich inspiriert worden bin. Und jetzt schreib ich hier mal einen entfernten Beitrag dazu, den ich wahrscheinlich eh irgendwann geschrieben hätte.
In meinem Leben habe ich schon oft und viel durchlebt, selbst gehört, selbst mit anderen miterlebt und war selbst mittendrin. Depressionen, Mobbing, Diskriminierung in jeglicher Form und Art und Weise, Übergewicht, Todesfälle, Trauer. Einfach alles. All diese negativen Extreme, die mich immer wieder auf die Probe stellten, mich selbst zu hinterfragen und mich traurig machten. In der Zeit als ich bei meiner Psychologin saß, lernte ich viel über mein Leben und mich selbst. Oftmals bilde ich mir ein, dass das alles so schlimm ist. Warum rasten wir denn manchmal einfach so aus, wenn es ein kleines negatives Wort gegenüber uns ist? – Weil wir uns damit an den Pranger gestellt fühlen. Schuldig. Obwohl wir es nicht so sehen. Wir sind nicht schuld. Niemals. Aber hey, warum denn Schuld? Derjenige hat nur gesagt, dass man demnächst die Gläser sofort abtrocknen sollte. Dabei war keine Schuldzuweisung vorhanden. Wir haben sie nämlich so aufgenommen, obwohl niemand sagte: DU bist schuld, dass Wasserflecken auf den Gläsern ist. Du solltest demnächst die Gläser sofort abtrocknen, sonst sind wieder Wasserflecken darauf vorhanden. Hat keiner gesagt oder?
Im Laufe der Jahre fiel es mir immer weniger schwer mich aufzuraffen und zur Schule oder zur Arbeit zu gehen. Wer Depressionen oder Antriebslosigkeit oder was auch immer mal selbst erlebt hat, weiß selbst wie schwer es manchmal ist. Wenn man aufwacht, sich selbst sagt, dass man müde wie Hund sei und sich gleich mal Ausreden einfallen lässt wie man rechtfertigen kann, um im Bett liegen zu bleiben. Das habe ich früher immer sehr sehr oft gemacht und kam damit auch drei Jahre ganz gut durch. Bis zu dem Zeitpunkt als ich herausfand, dass ich mich selbst super manipulieren kann.
[bctt tweet=“Wir müssen den Manipulationsfaktor für uns bewerten und uns darauf einlassen, dann können wir auch glücklicher werden. Hinterfragen ist wichtig.“ via=“no“]
Wir müssen den Manipulationsfaktor für uns bewerten und uns darauf einlassen, dann können wir auch glücklicher werden. Hinterfragen ist wichtig.
Beispiel 1:
Jeden Morgen klingelt mein Wecker, sagen wir mal, um 5 Uhr und ich stehe beim ersten Klingeln auf. Ich bin also nicht mal in der Lage mir selbst einzureden, dass ich müde wär und mir was überlegen müsste. So bin ich ja schonmal aufgestanden. Zieh mich sofort an, geh ins Bad und mach mich fertig, ess was Kleines und dann bin ich auch schon fertig. Sich jetzt noch ins Bett zu legen und zu schlafen und vermeiden zu wollen, ist für mich jetzt schon fast ausgeschlossen.
Beispiel 2:
Ich kenne viele Menschen, die mit irgendwelchen Ängsten oder Phobien zu kämpfen haben und in gewissen Situationen schnell in Panik verfallen. In solchen Momenten unterbreche ich den Menschen meist, wenn er irgendwas sagt oder brabbelt und völlig panisch ist und sage ihm, dass derjenige mir in die Augen schauen soll. Ich wiederhole das andauernd und immer wieder, dass derjenige mir jetzt in meine verdammten Augen schauen soll. Platzangst sowie Gefühlsausbrüche habe ich somit schonmal vermindern können oder eben der Grund sein können, warum die Panik unterbrochen wurde. Ablenkung ist hier auch das Stichwort. Jemandem zu sagen, dass er einem in die Augen schauen soll, sagt dem Hirn: Ah, Augen. Such such, ah finde! Bam. Abgelenkt. Eine schöne Sache, wenn man sowas weiß und der andere einem vertraut.
Sich selbst einreden, dass manche Dinge gar nicht so schlimm sind wie sie einem vorkommen, das ist auch so mein Ding. Ich habe vor so vielen Dingen Angst. Vor der Zukunft, vor einem Bewerbungsgespräch, vor meiner Arbeit und vor Klausuren, aber dennoch rede ich mir einfach gern ein, dass es nicht so schlimm ist. Seitdem ich weiß, dass meist nichts im Leben so kommt wie man es vorher erwartet hatte, habe ich auch selbst weniger Angst. Einen Grund weniger Angst und ein Gedanke, der mich nicht immer andauernd in Verzweiflung ausufern lässt.
Worte sind der Schlüssel zum Erfolg
Um zum Ausgangspunkt zu kommen und Nicole Jägers Buch mal zu betrachten. Ein Freund sagte mir, dass einige Sachen davon auch nicht ganz so stimmen. Ich habe ihn darum gebeten, dass er mir einfach nicht mehr erzählt, was davon widerlegt wird, denn ich will daran glauben. Genau das ist es doch, was vieles im Leben ausmacht. Zu glauben und zu hoffen. Ich bin nicht religiös, aber manchmal will man selbst einfach alles ins Negative ziehen und zeigen, dass nichts im Leben hilft. Ich selbst bin seit ich denken kann schon etwas dicker und durch viele Einflüsse wie Unfälle oder anderweitige psychische Einflüsse wurde ich immer dicker und dicker. Ich war bei so vielen Ernährungsberaterinnen und auch beim Abnehmen für Kinder und Jugendliche und ich habe NIEMALS abgenommen. Nicole Jägers Buch gibt mir Gründe zu glauben. Gründe, die mich nicht krank machen, sondern leichter. Mich selbst besser kennenzulernen und dabei ist es mir egal, ob sie a) wirklich 340kg gewogen hat, b) man wirklich beim Ausatmen Fett ausatmet oder c) ob ihr Mann sie wirklich liebt wegen ihres Charakters und nicht wegen ihrer Figur. Ehrlich Leute, das ist doch einfach SCHEIß EGAL. Einfach Bullshit. Einfach nonsense. Mir doch Wurscht. Ich habe mit dem Buch 6 Kilogramm abgenommen und bin noch lang nicht am Ende. Von mir aus kann das ganze Buch geflunkert sein, aber es funktioniert und es hat mir Spaß gemacht zu lesen. Und vor allem brauch ich nicht für alles und jede Sache einen Grund und einen Beleg dafür, dass es wirklich so ist.
Worte allein, die einfach nur beeinflussen sollen, egal ob sie stimmen oder nicht, sind wichtig. Wir sollten nicht bei jeder kleinen Sache die Kontrolle behalten, nur weil uns vielleicht war Positives vorgekaukelt wird. Daran glauben ist das Stichwort. Dabei ist es egal, ob die Sache stimmt oder nicht, denn so lang wir dann glücklich sind, war es richtig zu glauben.
[bctt tweet=“Die Menschen wollen selbst dann nicht hintergangen werden, wenn Ihnen Gutes geschieht. © Gloria Beck“]
(*1968), deutsche Rhetorikerin und Buchautorin
von Sarah | Jan. 17, 2016 | MENTAL HEALTH
Geordnet und strukturierter durchs Leben – Planung
An jedem Ende eines Jahres frage ich mich ernsthaft, was ich im nächsten Jahr besser machen könnte. Was habe ich im alten Jahr verkackt und sollte in Zukunft anders laufen, damit ich besser leben kann? Damit ich nicht immer wieder auf die Schnauze fall, weil ich wirklich immer wieder den gleichen Fehler begehe. Immer und immer wieder. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich einfach geordneter und geplanter durchs Leben gehen muss, um so dann auch freier durchs Leben gehen zu können. Klingt komisch oder? Vor allem, wenn man bedenkt, dass ich mich eigentlich selbst einschränke (geordnet und geplant) und dann dadurch freier bin?
Jetzt denkt doch mal drüber nach, wenn ihr nämlich eine Veranstaltung planen müsst, egal ob das Geburtstag oder eine Party oder sonstwas ist, dass ihr viel besser damit vorankommt, wenn ihr euch Gedanken und Vorhaben aufschreibt. Diese setzt ihr dann auf einen Plan, der gut geordnet und durchdacht ist. Im Endeffekt, wenn ihr alle Materialien für diese Veranstaltung habt, seid ihr freier, da alles was ihr braucht schon am rechten Platz ist. Wisst ihr nun was ich meine? Ihr seid freier, weil ihr gut geplant habt. Oder eben weil ihr euch von vornherein schon einige Pläne gemacht habt wie das Event verlaufen soll. Wie wir alle wissen, wird kein Event perfekt sein, denn auch da steckt hin und wieder noch das kleine Teufelchen dahinter und will einiges versauen. Aber so ist das Leben! Manches kann man nicht vorausplanen oder -ahnen.
Ich-lebe-dahin-Mensch ohne Planung
Ich kenne mich sehr sehr gut und weiß, dass ich ein absoluter „Ich-lebe-dahin“-Mensch bin. Ich plane den Besuch der Buchmesse maximal zwei Wochen vorher, wenn man das überhaupt Planung nennen kann. Dabei hau ich meinen Vater nur an und frage, ob er Lust hat mit mir dahinzufahren. Für einen Tag. Mehr geht ohne Planung ja auch gar nicht. Dass ich mich gerade noch akkreditieren kann, ist schon ein Wunder. Kurz vor der Buchmesse weiß ich dennoch nie, ob ich es wirklich ernsthaft schaffe sie besuchen zu können. Diese Unsicherheit ist bei mir bei fast allen Dingen und das nur, weil ich einfach nicht plane. Aber das war nicht immer nur bei der Buchmesse so, sondern ich bin auch so aufgewachsen.
Meine Eltern sind Normalverdiener und bei uns war „In den Urlaub fahren“ immer ein spontaner Akt. Das Ferienhaus wurde gerade mal maximal zwei Wochen vorher gefunden und gebucht, die Zahlen für die ganzen anderen Kosten überschlagen und so habe ich auch sonst nie Planung erfahren, weswegen mein ganzes Leben also wie ein spontaner Ausflug ins Unbekannte ist. Hin und wieder ist das ganz schön, aber es kann mir auch die Beine brechen, wenn ich dann traurig viele Erlebnisse gar nicht erleben kann.
Dieses Jahr sollte das endlich vorbei sein.
Dinge, die mir helfen zu planen
Mit dem Weihnachtsgeschenk, das ich mir von meiner Mutter gewünscht habe, sollte es anfangen. Eine Art Holzbox, in der ich meine Briefe, Zettel mit Gedanken und anderen wichtigen Sachen bestücken konnte, die ich dann nach und nach abarbeiten möchte. Aber nicht nur, dass diese Holzbox mir das Leben erleichtern soll, sondern auch meinen selbst gestalteter Kalender sollte mir den Anlass geben, alles in Übersicht zu haben. Die Sache mit dem Kalender hat so sein eigenes Ding von mir. Ich habe nämlich mal versucht mein Verhalten zu analysieren (ja, son Scheiß mach ich dann doch auch mal) und hab gemerkt, dass ich niemals in die schönsten Jahreskalender reinschaue. Niemals. Vielleicht, wenn ich im Oktober mal wieder rumblätter. Oder beim Aufräumen. Blöd oder?
Etwas, an das ich niemals vorbeigehen kann ohne es zu sehen
Da ich immer aus meinem Zimmer rausgehen muss und noch nicht wie Edward durchs Fenster verschwinde, lag es nahe, dass ich den Kalender an die Tür klebe. So muss ich dann nur noch mit den buntesten Stiften, falls ich mich wirklich dagegen wehre darauf zu schauen, all die wichtigen Sachen kenntlich machen. Da kann ich einerseits meine Termine und Treffen aufschreiben und wahrnehmen, aber auch für meinen Blog so einiges markieren und mich darauf hinzuweisen, dass ich in meinen Blogkalender schau. Da stehen dann nämlich Sachen wie die Neuerscheinungstermine der Bücher, die mich interessieren drin sowie Bloggergeburtstage oder auch Blogbeitragstermine. Einfach um meinen Blog ein wenig geplanter laufen zu lassen. So kann ich, ohne Panikanfälle zu kriegen, stressfrei bloggen.
Habt ihr auch solche Gedanken, dass ihr geordneter und geplanter durchs Leben gehen wollt, aber keine Ahnung habt wie? Oder habt ihr da schon eure Kniffe herausgefunden, die perfekt zu euch passen? Lasst mir unbedingt eure Gedanken, Kniffe und alles andere da. Ich freue mich drauf!
Eure (hoffentlich bald nicht mehr ganz so) verplante Sarah
Das Bild ist von palo.
von Sarah | Jan. 4, 2016 | MENTAL HEALTH
Mir wurde mein Gepäck einfach zu schwer
Immer wieder kommt dieser Song im Radio, läuft während meiner Spotifysessions und auch im Kaufhaus hör ichs. Silbermond mit „Leichtes Gepäck“. Ich denke, dass ich Silbermond früher schon toll fand, aber durch The Voice of Germany kamen mir alle Erinnerungen von damals hoch. Sie singt einfach Texte, in denen ich mich selbst immer wieder finde und denke, dass ich jetzt etwas an mir und meiner Lebensweise ändern muss. Und will. In dem Lied „Leichtes Gepäck“ singt sie davon, dass es doch geil wäre ohne die Altlasten zu leben. Im Leben also zum Beispiel gewisses Geschirr, Klamotten oder allgemein Gegenstände wegzuwerfen. Sich von Bekanntschaften und Freunden trennen, die einem das Leben eher erschweren und somit kein leichtes Gepäck sind. Oder auch dass man endlich mal eine Meinung loswerden kann, die man schon immer jemandem sagen wollte. Alles das sind für uns Ballast, der uns nicht weiter stressen sollte und dennoch tuts, weil wir nicht loslassen können.
So kam ich auf mein Projekt, dass ich mit leichtem Gepäck durchs Leben gehen möchte. Ich möchte endlich mal in meinem Leben aufräumen, um dann richtig durchstarten zu können. Mich befreit zu fühlen, Platz für Neues zu haben und diese Dinge guten Gewissens in mein Leben zu lassen. Hierbei handelt es sich vor allem um Worte, die ich loswerden möchte. Hier auf dem Blog; bei den Menschen, die mir mein Leben erschweren und vor allem alles Unnötige, was sich in meinen Schränken stapelt. Aber ich empfinde es nicht nur als Ballast Negatives loszuwerden, sondern dass ich eben auch nicht oft genug den Menschen sage, die mir etwas bedeuten, dass sie mir etwas bedeuten. Das sind aber nicht alle Sachen, die man loswerden kann.
Leichtes Gepäck? Na, aber selbstverständlich!
Nun möchte ich dieses Projekt erst einmal das ganze Jahr 2016 durchziehen. Das bedeutet, dass ich also jeden Monat etwas wegwerfe, verschenke, verkaufe oder spende. Wie eben dieser Ballast auch aussehen mag. Und wenn ich den Menschen nun bewusster gesagt habe, was sie mir bedeuten, so werde ich auch dies als Aufräumaktion in meinem Leben sehen. Jeden Monat wird also hier ein Beitrag darüber kommen, was ich nun losgeworden bin. Das soll meinem Leben ein wenig mehr Ordnung und Freiheit geben und hin und wieder auch mal lächelnde Gesichter. Und wenns das eigene ist, das man dann im Spiegel sieht.
Das Ganze findet mit dem Hashtag #lifeclearup16 auf allen Plattformen statt. Also ihr könnt ganz einfach mitmachen. Wie viel ihr im Endeffekt wegwerft, verschenkt, vergebt etc. ist euch selbst bestimmt. Dafür müsst ihr auch keinen Blog besitzen, denn mit dem Hashtag kann ich all das sehen. Ihr dürft auch das Bild benutzen 🙂 Ich bin schon ganz gespannt!
Wie findet ihr die Idee einmal oder sogar mehrmals im Monat bewusst etwas auszumisten? Macht ihr das sowieso immer oder ist euch das bisher gar nicht richtig aufgefallen?