Der Schlaganfall meiner Oma

Dieser Beitrag könnte einer sein, in dem ich allgemein informierend über die Pflegebedürftigkeit schreibe und die PflegeBox vorstelle, dennoch ist dieser Beitrag einer der persönlichsten Beiträge, die ich jemals geschrieben habe und schreiben werden. Im September 2020 hatte meine Oma einen Schlaganfall, der unsere Familie komplett aus der Bahn geworfen hatte. Ich möchte mit diesem Beitrag keine Angst vor dem Schlaganfall machen. Mir ist es wichtig, dass ich unsere Geschichte erzähle und ein bisschen Hoffnung und Aufklärung zum Thema Schlaganfall, Pflegebedürftigkeit und Menschen mit Pflegegrad schaffen kann.

Der Schlaganfall – der Auslöser?

Ich erinnere mich, dass ich zwei Tage vor dem Schlaganfall meine Oma sogar noch gesehen habe per Videochat über WhatsApp. Sie sagte seit Monaten, dass sie andauernd an Schwindel litt. Kurz vorher – aufgrund eines Zahnarzttermins – hatte sie ihre Schwindeltabletten nicht genommen und schluckte statt ihrer Tabletten den Plastikdeckel der Wasserflasche. Mein Opa konnte sie gerade noch so davor bewahren den Deckel komplett herunterzuschlucken. Sie sollte unbedingt zum Arzt gehen, aber sie wollte nicht. Wir denken heute, dass es der Schwindel mitunter war, der ein Vorbote des Schlaganfalls war.

Meine Oma und ich auf der Hollywoodschaukel

Was ist ein Schlaganfall?

Ein Schlaganfall nennt man Hirnschlag oder auch Hirninfarkt, bei dem eine plötzliche Durchblutungsstörung im Gehirn auftritt und dabei Nervenzellen absterben. Hierbei ist jede Sekunde gefragt, denn umso früher man erkennt, dass jemand einen Schlaganfall hat, desto eher kann man schlimmste Folgen vermindern.

Ursachen und erste Anzeichen des Schlaganfalls

Am häufigsten kommen Symptome wie Sehstörungen, Sprachfindungsstörungen, Lähmungen, Taubheitsgefühle, Schwindel sowie Bewegungsunsicherheit in Kombinationen von sehr starken Kopfschmerzen auf.

Pflegebox als unterstützendes Pflegehilfsmittel

Wie erkennt man einen Schlaganfall?

Man kann einen Schlaganfall überprüfen, indem man die wichtigsten Anzeichen wahrnimmt. Hierbei wendet man den FACE-Test an.

Face – Gesicht

Wenn du die Person bittest zu lächeln und ein Mundwinkel hängt herab, deutet dies auf eine Halbseitenlähmung hin.

Arms – Arme

Die andere Person soll beide Arme nach vorne strecken und die Handflächen nach oben drehen. Wenn eine Lähmung vorhanden ist, können nämlich nicht beide Arme gehoben werden, ein Arm sinkt wieder oder dreht sich.

Speech – Sprache

Bitte dein Gegenüber, dass er einen einfachen Satz nachsprechen soll. Ist das Gegenüber nicht in der Lage diesen nachzusprechen oder die Stimme klingt verwaschen, liegt womöglich eine Sprachstörung vor.

Time – Zeit

Und hier möchte ich wirklich dazu animieren: Ruf bitte sofort die 112! Es war Nacht als mein Opa meine Oma nachts sehr verwirrend durchs Haus laufen sah und ganz wirre Dinge sagen hörte. Er fragte sie, wo sie denn hin möchte und sie lief ins Wohnzimmer, obwohl sie ins Bad auf die Toilette wollte. Ihm war das alles zu komisch, weshalb er dann direkt die 112 rief. Nur aufgrund dessen konnte noch Schlimmeres vermieden werden!

Ein Schlaganfall bei alten Menschen

In meinem Beitrag beziehe ich mich fast ausschließlich auf den individuellen Fall meiner Oma. Sie kam direkt ins Krankenhaus und blieb einige Zeit dort. In der Zeit kümmerte sich meine Mutter um alles – Physiotherapie, ambulante Pflege, Logopädie, Ergotherapie, aber auch Pflegehilfsmittel die uns bei der Pflegebedürftigkeit zustanden. All das haben wir auch direkt beantragt.

Schlaganfall – welcher Pflegegrad

Meine Oma hatte schon vorher Pflegegrad 2 gehabt, da sie durch ihre Hüfte kaum laufen konnte und somit so schon sehr eingeschränkt im Leben war. Durch den Schlaganfall ist sie von heute auf morgen komplett pflegebedürftig geworden, sodass wir natürlich nochmal einen weiteren Antrag gestellt hatten. Sie bekam dann Pflegegrad 5 – der höchste anerkannte Pflegegrad (früher Pflegestufe), den es in Deutschland gibt.

monatliche PflegeBox bei Menschen mit Pflegegrad

ProSenio mit PflegeBox

Die zuzahlungsfreie PflegeBox von proSenio bei anerkanntem Pflegegrad

Meine Mutter hat viel mit Ärzten, Therapeuten jeder Art und Pflegediensten gesprochen, sodass wir irgendwann darauf kamen, dass es zuzahlungsfreie Pflegehilfsmittel gibt. Bei der PflegeBox von proSenio bekommt man monatlich Produkte als Hilfe zur Pflege des Menschen mit Pflegegrad zugeschickt. Schaut gern mal vorbei und informiert euch. In dieser PflegeBox sind Produkte wie:

  • Desinfektionsmittel
  • Mundschutz
  • Einmalhandschuhe
  • Händedesinfektion
  • Flächendesinfektion
  • Bettschutzeinlagen

Pflegehilfsmittel, die uns was gebracht haben

Man kann nämlich auch sowas wie Rollstühle, Pflegebetten aber auch vieles mehr beantragen, was man braucht, um den Menschen mit Pflegegrad pflegen zu können. Nicht immer werden diese auch beim ersten Mal genehmigt, also bleibt ruhig dran und schreibt auch mal einen Widerspruch, falls da was abgelehnt wird. Die PflegeBox hat es uns erleichtert auch selbst die Pflege von Oma fortzuführen. So kam jeden Monat die PflegeBox an und entlastete uns auch zuallererst von den Anschaffungen her (während Corona war es quasi unmöglich Masken, Handschuhe oder anderes selbst zu beschaffen). Zudem hatte man auch die Flexibilität was genau reinsollte und was draußen gelassen werden konnte.
Übrigens: Für die entsprechenden Produkte erstattet die Pflegekasse nach § 40 SGB XI monatlich 60€.

Inhalt der PflegeBox von ProSenio
Händedesinfektion in Pflegebox

Wie ist es – der Schlaganfall für Angehörige?

Ich erinnere mich, dass meine Mutter sagte, dass Opa ganz aufgeregt die 112 angerufen hatte, weil Oma komische Dinge sagte und komisch drauf war. In dem Moment, als wäre es gestern, haben wir alle noch nicht damit gerechnet, dass es wirklich ein Schlaganfall war. Sie erzählte mir, was mein Opa sagte und ich erwiderte nur, dass es sich ganz nach einem Schlaganfall anhörte.

Es tut mir nach den vielen Monaten immer wieder weh, dass es meiner Oma so erging und das bestätigt mich nur, dass wir in jedem Alter auf unsere Gesundheit achten müssen! Ich habe monatelang gebraucht, um das erste Mal zu trauern und um meine Oma zu trauern. Denn sie erkennt mich nicht mehr, sie weiß ganz oft nicht mal mehr, dass sie 5 Kinder hat. Ich habe sie seit September 2020 nur noch einmal über Videochat gesehen seitdem sie den Schlaganfall hatte, was auch mitunter daran lag, dass ich Emetophobikerin bin und sie sich aus irgendeinem Grund andauernd übergab. Dieses Telefonat war so prägend, da sie mich nicht erkannte. Ich sehe noch ihre leuchtenden Augen vor mir als sie zu meiner Mutter sagte „Das ist doch die Tochter von…“ und meine Ma: „Ja Mama, das ist meine Tochter Sarah.“ Danach schaute sie mich an als würde sie ganz stolz zum ersten Mal ihre Enkelin sehen. Und ich wollte diesen Blick nie wieder sehen, weil ich Angst hatte, dass sie mich wieder vergisst.

Wie wird es weitergehen?

Ich werde sie im Pflegeheim besuchen, weil sie meine Oma ist, die ich über alles liebe. Ich predige immer, dass es nun einmal das Leben ist. Trotzdem habe ich die größte Angst sie zu sehen. Es tut gut so tolle Freunde, meine Eltern und meinen Opa an der Seite zu haben. Ich weiß, dass sie das seit Monaten tagtäglich mitmachen und eine unfassbar tolle Unterstützung sind. Egal, ob für Oma, für sich gegenseitig oder auch für mich.

Teile diesen Beitrag mit anderen
Sarah