von Sarah | Apr. 30, 2016 | MENTAL HEALTH
mampfend greift sie zu einem weiteren Stück Baumkuchen
Wann hat sich mein Blog in ein solches Schlachtfeld der Gedanken entwickelt?
Das frage ich mich jeden Tag. In den letzten Wochen und Monaten frage ich mich ernsthaft: Muss ich wirklich meinen Blog so „professionell“ führen, dass hier keine freien Gedanken meinerseits mehr reinpassen? Sind Blogposts mit einfachen Gedanken aus meinem Leben, aus meinem tiefsten Inneren so sinnlos, dass sie keinen Mehrwert für euch haben? Hat selbst dieser Post hier überhaupt einen tieferen Sinn oder ist das wieder nur ein Post, den ich in fünf Monaten sehe und mir denke: Das hätte doch nicht sein müssen in den Papierkorb verbannen
Ich glaube ernsthaft gerade daran, dass jeder Mensch auf dieser Welt jemals schon an einem sehr wichtigen und eigenen „Projekt“ gezweifelt hat und sich fragte, ob man das so wie mans macht auch richtig und gut ist. Wahrscheinlich werdet ihr mir auf diesen Post sagen, dass ich meinen Blog so gestalten sollte wie ich ihn für richtig halte, aber ist er dann trotzdem noch professionell, wenn er persönlicher wird? Ich denke schon, denn wir Blogger sind keine Maschinen und wir bringen jeden verdammten Tag so viel Emotion in einen Beitrag, dass wir selbst bei Buchrezensionen aufpassen müssen, dass wir nicht zu emotional geladen sind und demnach das Buch anders rezensieren würden als sonst. Eine Waage, die sich immer nicht so gut halten kann, wenn man nicht aufpasst.
In letzter Zeit schwirre ich sehr oft in Brandenburg rum und bin jedes Mal, wenn ich an Feldern vorbeifahre und diese Weite sehe, glücklich. Selbst da glaubte ich erst, dass mir das Inspiration gibt und mein Hirn übersprudeln lässt, aber das tut es nicht. Ich spüre solch eine intensive Ruhe in meinem Kopf, dass ich einfach nur abschalte und dem Lichtschauspiel zuschaue. Wolken, die über Felder hängen. Wolken, die an einigen Stellen aufbrechen und das Licht als einen Lichtkegel, Lichtstrahlen oder ganze Lichtlöcher auf die Felder strahlen lässt. Das tut im Moment einfach so gut zu sehen und selbst dabei zu merken, dass dieses natürliche Spektakel meinen Kopf nicht einfach zum Losbrüllen bewegt, sondern ihn endlich verstummen lässt. Denn dieses andauernde sich einen Kopf darum machen, ob der Blog professionell genug ist und dafür weniger Beiträge kommen als sie ursprünglich gekommen wären, wenn ich mir selbst und meinem „Konzept“ (was garkeines ist) treu geblieben wäre.
Sich selbst kritisch von außen betrachten – der Schlüssel?
Im Moment ist es auch schwierig den Kopf ruhig zu halten und alles im Blick zu behalten, da es jetzt auf den letzten Zügen meiner Ausbildung zugeht. Ich habe am 1. Juni meine schriftliche Abschlussprüfung und dann werdens zwei weitere stressige Wochen mit der praktischen Abschlussprüfung. Ich muss meinen Zeitmanagementzauber und meine manchmal ganz gut vorhandene Disziplin auspacken und anwenden. Selbst dabei werde ich meinen Kopf niemals abschalten können und geschweige denn einfach daran glauben können, dass das was ich da mache gut und richtig genug ist, um zu bestehen. Nicht, dass ich an mir zweifle. Ich versuche lediglich mich selbst und meine Fähigkeiten von außen kritisch zu betrachten und die Lücken zu füllen oder zu berichtigen, die mir zu fehlerhaft erscheinen und die ich besser machen kann. Denn selbst hierbei kann ich die Situation der Abschlussprüfung auf Projekte, auf den Blog, auf das Leben projizieren.
Und dennoch frage ich mich gerade, was dieser Beitrag für einen tieferen Sinn für euch hat. Ich glaube, dass jeder solche Entwicklungen durchmachen sollte, wenn er mit sich selbst nicht richtig im Reinen ist. Wenn man merkt, dass man die Dinge nicht mehr so angeht wie man sie vorher angegangen ist. Wenn man hier und dort Unzufriedenheit mit jedem geschafften Meilenstein spürt. Genau dann sollte man sich kritisch von außen betrachten und sich selbst fragen: Was ist eigentlich los mit mir? Denn genau dann kann man wie ein Arzt auf die Situation, auf die Unzufriedenheit und dem gekommenden Ärger darauf reagieren, handeln und zukünftig verbessern.
Haltet die Ohren steif, auch wenns manchmal dauert bis man selbst merkt, dass etwas nicht stimmt und sich dann erst klar wird, dass man sich kritisch von außen beäugen sollte.
Tschaumiau Sarah
von Sarah | Feb. 23, 2016 | MENTAL HEALTH
Mein geordnetes und geplantes Leben soll von nun an ab 2016 stattfinden. Jedes Jahr möchte ich nicht wieder einmal dastehen und denken:
„Oh es ist schon Silvester und das nächste Jahr bricht in den nächsten Stunden an. Vielleicht sollte ich mir mal Gedanken machen wie ich was besser angehen kann als im letzten Jahr.“
Und so geht das dann jedes Jahr von vorn los, da ich diese Gedanken dann völlig zur Seite schiebe und mir denke, dass das Jahr schon von selbst rum geht. Aber ist das nicht ein bisschen sehr fahrlässig mir selbst gegenüber? Ich bin es mir doch selbst schuldig, dass ich mein Leben in vollen Zügen genieße. Jeder hat mal Zeiten, in denen er nur vor sich her lebt und ich glaube ganz fest daran, dass das Leben solche Zeiten auch mit eingerechnet hat. Aber ich lebe seit Jahren so. Deswegen gabs dann auch meinen selbst gestalteten Kalender und die anfänglichen Gedanken mit Einschränkungen doch am Ende freier zu sein.
Schon da habe ich über meine Holzbox geschrieben. Mein „Home Office“. Diese nützt mir nicht nur als Dekogegenstand meines relativ großen Schreibtischs, sondern auch als Stütze meiner Gedanken. Es gibt hier nämlich drei Fächer und eine kleine Schublade. In der Schublade können also zum Beispiel für die Buchpost oder Blätter, die zusammenhängen sollen, Büroklammern und die Klammern für die Buchpost drin aufbewahrt werden. So ist dann gleich alles an Ort und Stelle, so wie das eine verplante und chaotische Sarah perfekt wäre. In den einzelnen Fächern kommen dann nach Wichtigkeit die einzelnen Zettel rein. Hierbei unterscheide ich zwischen Privatem, Blog und einfache Erinnerungen an mich selbst.
- Privat – Rechnungen, Termine etc.
- Blog – Beiträge, Ideen, Termine etc.
- Erinnerungen an mich – motivierende Sprüche, Gedanken/Erinnerungen an positive Momente
Das System ist ganz einfach, sodass ich alles im Blick habe. Wenn ich also mal wieder was abgearbeitet habe, so werfe ich den Zettel einfach weg oder lege ihn, falls ich ihn später nochmal brauche, in das Fach zurück. Für den Blog habe ich ein Notizbuch, einen Terminkalender sowie einen Hefter, in die ich dann den Zettel legen könnte, um mich daran zu erinnern.
Zum Glück ist es so einfach gehalten, sodass ich mir nur einen Block nehmen muss, meine Gedanken aufschreibe und diesen Zettel in eines der Fächer tu. Ich muss mir dann nur noch meine Zeit einteilen, in der ich diese Dinge erledige, damit mein Leben also weiterhin Richtung geplant und geordnet geht und ich so freier von Stress und Druck bin. So muss ich das natürlich auch priorisieren, damit ich nicht wieder in alte Muster hineingerate.
Was haltet ihr von einem solchen System? Zum Scheitern verurteilt oder glaubt ihr, dass das auch was für euch wäre?
von Sarah | Feb. 21, 2016 | MENTAL HEALTH
All die Planerei ging damit los, dass ich einen Heulanfall bekam als meine Ma mit mir sprach, was ich denn noch erledigen müsste. Ich beschwerte mich damals, dass ich einfach nicht mehr weiß wo mir der Kopf steht, denn ich versuche alles in meinem Kopf abzuspeichern, damit ich nichts vergesse. Ich hab einfach gemerkt, dass mich das kaputt macht und völlig gaga. Der Heulkrampf hätte also gar nicht sein müssen, aber er war hilfreich. Er hat mir gezeigt, dass es nicht so weitergeht und das ich von nun an alles, was ich erledigen muss und will, aufschreiben werde.
Ich war nie wirklich der Mensch, der sich an Terminkalender hängen konnte. Sich dahinzusetzen, ihn aufzuschlagen und mich abzublättern wie eine Irre, war einfach gar nicht meins. Ich kann es einfach viel besser, wenn es in meinem Leben schon geöffnet ist oder einfach nur schriftlich festgehalten ist auf einem weißen Papier. Ohne Zeilen. Ohne Kästchen. Ohne alles. Ich brauche Freiraum, ansonsten krieg ich die Krise. Und genau so kam es, dass ich anfing zig Notizbücher anzufangen und sie beschrieb. Dabei war es egal, ob es Gedanken waren und das Notizbuch wie eine Art Tagebuch geführt wurde oder eben als Ideenfindungswerk für den Blog, für Treffen oder andere Dinge.
So fing es auch an, dass ich meine To-do-Liste schrieb.
Denn es ist Kunst seine Gedanken, Ideen und Vorhaben nicht zu vergessen, aber diese eben auch zu priorisieren. Nicht alle Gedanken sind eben auch gleichwertig wichtig. Da muss man schon einen Unterschied machen. Ob nämlich das Lernen für die Klausur in zwei Tagen wichtiger ist als das Lesen einer Zeitschrift, für die man sich wirklich Zeit nehmen muss, da mache ich einen großen Unterschied. Genau das ist es, was mich sonst immer so überforderte. Was davon ist wie wichtig und wann sollte es wie und wo umgesetzt werden? So spontan ich auch lebe, so wenig Zeit nehme ich mir für die Dinge, die ich so gern tun würde, aber auf der Prioritätenliste eben nicht an der Stelle „Sehr wichtig“ stehen. Genau deswegen habe ich bis heute die letzten zwei Flows nicht gelesen, die immer noch auf mich warten. Wie meine Mutter gern sagt:
„Was man nicht im Kopp hat, hat man in de Beene!“
Selbst meine Psychologin riet mir, dass es immer gut ist Ideen, Termine, Vorhaben etc. sofort aufzuschreiben, da diese dann materialisiert wurden und eben nicht mehr so leicht vergessen werden können. Diese Gedanken bekommen dann ein viel kleineres Gewicht und können durchs Aufschreiben zum Glück nochmal nachgeschaut, ins Gedächtnis gebracht und abgearbeitet werden. Wer also ein Problem hat mit dem Priorisieren von zu abarbeitenden Punkten hat, sollte sich selbst klar machen wie viel Gewicht welche Sache trägt. Am besten ist es dabei, dass die unangenehmeren Punkte als erstes abgearbeitet werden, sodass es dann mit leichterem Gepäck weitergehen kann. Das habe ich nämlich bei unserem Sportlehrer in Sport-Theorie gelernt. Danach können wir uns leichter motivieren weiterzumachen und uns dann auch zu belohnen, da wir das Schlimmste also hinter uns haben.
Was denkt ihr über To-do-Listen? Seid ihr Fan davon oder sagt ihr euch lieber, was kommt, das macht ihr dann?
Hier kommt ihr übrigens zu meinem Artikel über „Planung ist die halbe Miete„. Da spreche ich die Problematik an, die bei mir vorherrscht und warum Planung eben die halbe Miete ist.