Mein Jahr 2019 war von Panikattacken geprägt. Diese Momente, in denen du Tag für Tag und sogar Minute um Minute damit ringst keine Panikattacke zu haben, sind unerträglich. Für mich war jeder Abend, an dem ich ins Bett ging eine Befreiung. Ich hatte den Tag überstanden ohne den Löffel abzugeben. Solch ein Leben führen zu müssen, ist anstrengend. Das klingt jetzt vielleicht alles sehr düster und depressiv – das war es auch! Wenn du jemand bist, der davon betroffen ist, weiß wie es sich anfühlt. Dieser Beitrag soll dich nicht runterziehen. Er soll dir vielleicht einen Denkanstoß geben und zeigen was dir helfen kann. Vielleicht ist er auch ein kleiner Trostspender, dass diese Phase enden kann und du aufatmen darfst. Angehörigen von Betroffenen soll dieser Beitrag ein bisschen Licht ins Dunkle bringen. Diese Erfahrungen sind allesamt von mir selbst und meinem Umfeld gemacht worden. Jeder Mensch ist anders und deshalb können unsere Vorgehensweisen nicht zu allen Menschen passen. Ganz unten stehen Links zu wichtigen Seiten, wo sich Betroffene und Angehörige informieren können.

Gründe, warum es mir immer schlechter ging

Meine Hündin ist 2017 verstorben und 2018 war der erste Todestag. Dann kamen weitere private Probleme dazu und der Arbeitsstress wuchs mir über den Kopf hinaus. Ich hatte Anfang 2019 nur noch 32 Stunden gearbeitet, weshalb es mir langsam besser ging. Ab März ging trotzdem alles bergab, denn ich wurde arbeitslos, meine Psyche machte komplett nicht mehr mit und auch meine Beziehung ging den Bach runter. Ich wollte meine Beziehung irgendwie aufrechterhalten, aber das war trotz der erhöhten Freizeit nicht möglich und sie ging nach 3 Jahren in die Brüche. Dann hatte ich mir eine Vergiftung zugezogen, wobei ich anfangs dachte es sei eine Lebensmittelvergiftung. Ich weiß bis heute nicht wirklich, was da passiert ist, aber ich hatte aufgrund irgendeines Lebensmittels danach zu viele Medikamente intus und mein Körper machte schlapp. Ich musste mich nach 15 Jahren das erste Mal wieder übergeben und das war echt schlimm, denn ich habe eine Emetophobie. Aufgrund dessen war ich öfter im Krankenhaus und irgendwas setzte sich in mein Unterbewusstsein, was mich ärgern wollte. Durch den psychischen Stress blieb meine Periode 3 Monate aus und meine Sorgen um meinen seelischen und körperlichen Zustand wurden größer. Ich hatte nämlich nie Probleme mit meiner Periode. Ende des Jahres fanden sie im Krankenhaus heraus, dass ich irgendwas auf der Leber hatte. Alles in allem großer Mist.

Wo die Panikattacke herkam

Dieser kleine Floh, der mir durch das Erbrechen ins Unterbewusstsein gesetzt wurde, wurde immer größer. Ich ekelte mich vor allem. Ob Zähne putzen, auf dem Bürostuhl sitzen in meinem Zimmer, vor Essen oder schon leicht komischen Gerüchen. Ich hatte Angst, dass mir vom Wippen des Stuhls schlecht wird. Sogar meinen besten Freund konnte ich nicht mal per Skype anrufen, denn ich hatte Panik davor, dass mir schlecht wird. Meine Panikattacke wuchs und sie ärgerte mich jeden Tag. Anfangs ging ich sogar noch nach draußen und hatte aufeinmal diesen Brechreiz. Ich wurde damit manchmal stundenlang geärgert, aber rausgekommen ist nichts und wäre es auch nie. Durch dieses Erlebnis verzog ich mich immer mehr nach drinnen und ging nicht mehr raus. Ich sah keine Freunde, meine Familie bis auf meine Eltern nicht mehr und auch andere soziale Kontakte hatte ich nicht. Mein Leben verbrachte ich in der Wohnung und selbst dort fühlte ich mich irgendwann nicht mehr sicher und wohl.

Panikattacken loswerden Erfahrungsbericht

Wiedereingliederung & Hilfsmittel, die ich nutzte bei Panikattacken

Die Eingliederung ins Leben zurück

Dieser Reiz kam nur dann, wenn ich unter Panik und Stress stand. Sobald mein Herz mehr pochte, gingen die Panikattacken los und es war wie ein Vulkan. Wenn es einfach zu viel war und ich mich hineinsteigerte, kam dieser Reiz und brachte den Vulkan zum Ausbrechen. Es war wie ein Ventil, dass geöffnet wurde und all die Luft nach draußen strömen konnte. Danach war ich geschafft und kaputt, konnte mich hinlegen und einschlafen. Die Auswirkungen der Panik sind auslaugend. Meine Mutter ging anfangs mit mir bis auf den Hof spazieren, was schon schwer genug war. Irgendwann wollte ich immer weiter und weiter spazieren, damit ich wenigstens in meinem Umfeld mich wieder sicherer fühlte. Oftmals fiel es mir so schwer, dass ich die Hand meiner Mutter nehmen musste, um einen Schritt nach dem anderen zu machen. Nicht wieder in alte Muster zurückfallen und schon gar nicht mir von der Angst sagen lassen, was ich zu tun oder zu lassen habe. Der Weg nach draußen auf den Hof dauerte bestimmt 3 Wochen bis ich keinen Würgreiz mehr verspürte. Damit begann der Start der Eingliederung mithilfe von Pokémon Go.

Hilfsmittel und Medikamente bei Panikattacken

Um draußen abgelenkter zu sein und sich nicht dauerhaft den Kopf zu zerbrechen, dass ich eine Panikattacke kriegen könnte (Angst vor der Angst), spielte ich mit meiner Mutter Pokémon Go. Hilfsmittel können dabei helfen gewisse Angst besser unter „Kontrolle“ zu haben und sich abzulenken oder sich eben in gewisse Dinge nicht so hineinzusteigern. Sie helfen, dass man beispielsweise besser rauskommt und es draußen „aushält“ oder die Busfahrt in Angriff nimmt, vor der man sich so fürchtet. Solche Mittel sollten dann aber irgendwann auch wieder „abtrainiert“ werden, denn sonst könnte eine gewisse Abhängigkeit entstehen. Das erkläre ich aber weiter unten. Ich probierte einiges an Hilfsmittel bei Panikattacken aus:

  • Bachblüten Rescue Tropfen (alkoholfrei)
  • Akupressurball
  • gut riechende Seife
  • Bonbons
  • Wasser zum Trinken
  • Glücksbringer wie Schmeichelsteine
  • Musik (Mutplaylist)
  • Handyspiele
  • Angst benennen (Kevin)
  • Kreativ-Therapie (Malen nach Zahlen … )
  • Haustiere

Wofür die Hilfsmittel sind und wie sie mir halfen

Bachblüten – Beruhigung

Bei den Bachblüten funktioniert die alkoholfreie Variante genauso gut wie die mit Alkohol. Diese haben mir am besten geholfen als ich Zuhause Panik vor dem Ungewissen hatte. Ich machte mir in meine 0,75l Flasche 6 Tropfen hinein und trank immer schluckweise. So wurde die leichte Beruhigung auf einer gleichbleibenden Wellenlänge gehalten. Bei mir war es nämlich so, dass sogar beim Fernsehen schauen die Panik schon in den Startlöchern stand. Da es dort total unnötig war, hatte ich in den äußersten Notfällen die Tropfen genommen.

Akupressurball & Schmeichelsteine – Stressabbau durch fühlen

Den Akupressurball nahm ich bei Bus- oder anderen Fahrten mit, um meinen Stress abzubauen, indem ich den Ball fester drückte. Die abgerundeten Spitzen tun leicht weh und man ist dadurch abgelenkt. Marco hatte mir damals mal einen Schmeichelstein angefertigt. Dieser ist schön kühl, hat eine flache Oberfläche und „schmeichelt“ zudem der Haut. Zu wissen, dass dieser Stein mein kleiner Glücksbringer ist und immer dabei war, löste das Gefühl, dass ich allein in jener Situation war.

Seife, Wasser & Bonbons – Riechen und Schmecken

Bei der Seife ist es bei jedem Menschen unterschiedlich, was gut riecht genauso wie bei den Bonbons, was gut schmeckt. Die Bonbons und das Wasser machten den Kloß in meinem Hals weniger groß und brachten den Stresspegel nach unten, um keinen Brechreiz zu bekommen. Diese Art von Ablenkung kann man sehr individuell für jede Art von Menschen machen. Meine Mutter hat beispielsweise Panik in engen Räumen und ihr helfen TicTacs.

Musik – Mutplaylist

Meine Psychologin schlug mir damals vor mich mit Musik abzulenken. Schon bevor ich Panikattacken hatte, liebte ich es Musik zu hören. Den ganzen Tag! Egal, ob neben der Arbeit oder auf dem Weg dorthin oder nach Hause oder etwa Zuhause während ich Blogbeiträge schreibe. Einfach immer! Ich legte mir auf Spotify eine Playlist mit dem Namen „Mutplaylist“ an. Dort kamen nur Lieder rein, die für mich Evergreens sind und bei denen mir nicht schlecht wurde. Diese hörte ich dann einfach immer, wenn die Panik oder komische Gedanken kamen. Auch Zuhause bei alltäglichen Dingen oder wenn ich nach draußen ging. Manchmal fuhren meine Ma und ich zu aufregenden Terminen (Arzt) und ich hatte auf einem Ohr dann meine Mutplaylist an. Manchmal sang ich dann ein bisschen mit und fragte meine Ma, was ich denn gerade höre. Das war immer ganz witzig für uns beide, denn es war unterhaltend und verbindend.

Pokemon Go abnehmen, Gewicht verlieren

Handyspiele – die Ablenkung mit Unterhaltung

Pokémon Go hat mir wirklich extrem geholfen mich

  • draußen in der Öffentlichkeit zu bewegen
  • selbstsicherer zu fühlen und zu merken, dass mir niemand etwas tut
  • abzulenken, indem ich nachdenken musste
  • selbst sich immer weiter im Umkreis von Zuhause zu bewegen
  • mit anderen Menschen, die auch Pokémon Go spielen, zu unterhalten

Es ist unfassbar, was mir dieses Spiel gebracht hat. Klar, es ist nicht jedermanns Sache, aber zusammen mit meiner Mutter machte es einfach großen Spaß. Ich hatte wieder soziale Kontakte angefangen aufzubauen, traute mich sogar zur Post zu gehen und mein Paket abzuholen. Das dauerte zwar monatelang, aber jeder noch so kleine Schritt, brachte mich immer weiter von der Angst vor der Angst weg. Ansonsten kann ich noch sowas wie Mario Kart Go empfehlen, was auch großen Spaß macht. Spiele gibt es ja zum Glück einige!

Angst benennen – die Angst bekommt eine Persönlichkeit

Meine Mutter sagte eines Morgen zu mir, warum ich meiner Angst keinen Namen gebe. Kennt ihr Gewitter im Kopf? Jan, der seinem Tourette den Namen Gisela gab? Eine unfassbar gute Idee! Meine Angst gehört zwar irgendwie zu mir, aber das bin irgendwie dann doch nicht ich. Diese Angst, die mich jedes mal den Brechreiz spüren lässt und mich dann allein und geschafft zurücklässt. Dieses Etwas, das meint ich hätte Angst vor dieser Welt dort draußen und müsste Tag für Tag Panikattacken haben. Nein, das war nicht ich, auch wenn ich ein vorsichtiger Mensch bin. Meine Angst heißt Kevin.

Konzentration trainieren mit Malen nach Zahlen für Erwachsene

Kreativ ablenken – Malen nach Zahlen

Im Sommer fing ich damit an mir Malen nach Zahlen-Projekte zu bestellen. Ich wollte mich einfach ablenken, ein wenig den Kopf anstrengen und kreativ sein. Komplett weg von meinen Gedanken und merken, Mensch wenn ich mich ablenke, ist das Gefühl irgendwie weniger. Damals hatte ich einen Beitrag dazu geschrieben wie man die Konzentration verbessern kann. Das hat es auf jeden Fall, aber der Hauptgrund war, dass ich es brauchte um die Panik zu behandeln. Übrigens kommt ihr im Beitrag zur Konzentration auch zu anderen kreativen Ablenkvarianten, die ich euch vorstelle.

Meine Hündin Lina

Klar, nicht jeder sollte sich jetzt gleich einen Hund anschaffen oder so, aber mir fiel schmerzlich auf wie mir ein Hund einfach an meiner Seite fehlte. 2 Jahre lang gab es Sandy schon nicht mehr und ich wünschte mir so sehr ein kleines Wesen, um das ich mich kümmern konnte. Mit dem ich „gezwungen“ war raus zu gehen. Lina kam Mitte September zu uns und bis heute ist es so, dass ich manchmal den Drang habe nicht runter zu gehen, aber ich weiß, dass ich nicht allein bin. Wir unterstützen uns da schon sehr und es macht immer wieder Freude zu sehen wie sie sich entwickelt. Wie sie mich braucht und wie ich sie. Sie war eines der Gründe, warum es mir immer leichter fiel draußen zu sein und auch mich mit Menschen zu konfrontieren bzw zu unterhalten. Meist ging es ja eh nur um Lina und diese Fragen und Gespräche waren einfacher zu führen als über mein Leben.

Tierschutz-Hund Lina Hands4Animals

Was ich absolut nicht von meiner Psychologin wollte

Sie bat mir nämlich an mir ein Antidepressivum zu verschreiben. Die Einnahme der Bachblüten zeigte, dass die Bereitschaft da war etwas gegen diese Panikattacken medikamentös einzunehmen. Schon in früheren Zeiten nahm ich nie ein Antidepressivum ein, denn ich wollte es so schaffen. Genau das war diesmal auch wieder der Fall, denn Bachblütentropfen sind pflanzlich und haben nichts mit einem Antidepressivum zu tun. Vielleicht beruhigen sie auf eine ähnliche Art und Weise, aber dennoch müssen sie nicht aufgebaut werden und haben keinerlei Nebenwirkungen. – Außer man ist auf eine Pflanze dort drin allergisch. Ich wollte auch diesmal diese manchmal unerträglichen Gefühle und Phasen komplett „nüchtern“ mitmachen. Für mich hat das eine nachhaltige Wirkung, um gewisse Panik oder Angst auch für die Zukunft besser einschätzen zu können. Besser zu wissen, was ich gebrauchen kann und wieder ausprobieren sollte.

Die Panikattacken, Kevin und ich heute

Gedanken in schweren Phasen zwischendurch

Im Laufe der Zeit hatte ich manchmal gedacht, dass es niemals vorbeiginge. Auch Rückschläge mitmachen, ist nicht einfach auszuhalten. Manchmal sagte ich auch zu meiner Mutter, dass ich einfach meinen Körper austauschen will. Meinen Charakter, meine Seele und die Persönlichkeit in einen anderen Körper ohne Angst, ohne körperliche Probleme setzen. Geduld sich selbst gegenüber genauso wie durchhalten, ist unfassbar wichtig. Mir hat es geholfen mir zu sagen, dass sogar nach 1 Minute alles besser sein kann. Nicht zu sagen „Heute ist ein schlechter Tag, morgen wirds besser“, sondern „Hey, mir gehts jetzt schlecht, aber in 10 Minuten kann es besser sein“. Man sollte einfach nicht aufgeben, vielleicht öfter Zeit für sich nehmen und sich ausruhen. Denn es ist anstrengend Durchhaltevermögen zu haben. Vor allem mit sich selbst.

Panikattacken und Orte, Geschehnisse konfrontieren

Sobald man soweit ist, sollte man unbedingt an diese Orte zurückgehen. Damals war ich gerade auf dem Weg zu einer Personalfirma, die mich in ihren Daten aufnahm, um mich an Firmen weiter zu empfehlen. Mir war wirklich böse übel, ich nahm sogar eine Übelkeitstablette ein, stieg aus der S-Bahn und bekam 4 aufeinanderfolgende Brechreize. Ich war panisch und verstand überhaupt nicht warum. Ich rief meine gute Freundin an und sie beruhigte mich. Damals sagte sie zu mir, dass ich eine Panikattacke hatte. Ernst nahm ich das nicht, denn ich glaubte immer noch, dass dieser Reiz von der ernsthaft vorhandenen Übelkeit kam. Heute weiß ich, dass es der Start meiner Panikattacken war und ich irgendwann an diesen Ort zurück musste. Irgendwann fuhr ich mit meiner Mutter an diese Stelle zurück und alles ging gut. Das ist wichtig, denn die Angst sollte unbedingt aufgelöst werden. Damals war es einfach nur ein beliebiger Ort, an dem mein Stresslevel extrem hoch war und meine Psyche war unfassbar hoch angegriffen. Andere Beispiele sind Auto fahren (Angst vor Übelkeit), Bus fahren (Angst vor Übelkeit durch ruckeln, anfahren und stehen bleiben), Besuch bei Hornbach (spontane Überreizung meinerseits), Treffen von Freunden (Angst davor, dass man verurteilt wird & den Weg nicht schafft zum Treffen) und noch viel mehr.

Kevin und ich heute

Irgendwann habe ich angefangen Kevin (meiner Angst) eine Persönlichkeit zu geben. Er ist übervorsichtig, hat vor allem und jeden Angst, Angst davor verurteilt zu werden und kann mich damit gut anstecken. Meine Psychologin sagte mir irgendwann, dass umso mehr ich Angst habe, dass Kevin da ist und die Auswirkungen wieder eintreten, kommt er erst recht. Hilfsmittel sollten eben in den schwersten Phasen genutzt werden, um eine Brücke zu schaffen zum eigenen Leben. Besser rauszukommen, besser durch gewisse Situationen durchzukommen. Irgendwann sollten diese aber versucht werden wieder abzulegen. Pokémon Go, meine Bonbons und die Musik sind bis heute geblieben, denn das war schon vor den Panikattacken an meiner Seite. Aber auch ohne diese schaffe ich es heute nach draußen zu gehen und mich sicher zu fühlen. Ich habe mich mit Kevin „angefreundet“, denn ihm zu sagen „Ok, wir gehen heute zu XYZ und es wird aufregend, aber wir schaffen das zusammen. Du kannst gern auf mich aufpassen, aber wir schaffen das!“ Seitdem ich mir manchmal wünsche, dass er da ist und wir es einfach als Team schaffen, ist es viel besser geworden. Er ist nicht mehr mein Feind, er ist ein Teil von mir und ich wünsche mir, dass er auf mich aufpasst. Der Unterschied dabei ist, dass ich selbst entscheide wie viel Raum ich ihm gebe auf mich einzuwirken. Dass er nicht entscheidet, was ich tun darf und was nicht. Ich entscheide das immer noch selbst!

Panikattacke heute

Beim Telefonieren mit dem Besten

Körperliche Laster neben der Psyche

Bei meinem letzten Besuch im Krankenhaus durch unfassbare Schmerzen im Oberbauch, stellten die Ärzte durch Ultraschall fest, dass ich Narben auf der Leber hatte. Der Typ beim Ultraschall meinte ernsthaft zu mir, dass ich unbedingt stationär da bleiben sollte, denn es sieht ernst aus. Ich war danach natürlich komplett fertig. Die Ärztin sagte mir aber dann final, dass ich einen Ultraschalltermin mit Kontrastmittel ausmachen sollte und dann wird alles gut. Da dachte ich echt einmal, ich wäre endlich fertig mit all dem belastenden Kram und dann kam diese blöde Leber und diese komischen Oberbauchschmerzen um die Ecke. Dann sollte ich sogar eine Magenspiegelung mitmachen, was ich mit meiner Psyche irgendwie gar nicht richtig fassen konnte. Ich wusste, dass Kevin und seine Auswirkungen wieder vor meiner Haustür standen und das war der Moment, an dem ich versuchte mich mehr und mehr mit ihm anzufreunden. Das funktionierte ehrlich gesagt auch ganz gut.

Wie es mir heute geht (Januar 2020)

Mir geht es ehrlich gut. Ich habe endlich das Gefühl, dass ich mich wieder in meinem Leben anwesend fühle. Dass ich endlich wieder darüber bestimmen kann. Im März muss ich ins MRT mit Kontrastmittel für die Leber, um die Flecken genauer zu diagnostizieren. Danach sehen wir weiter, was wir mit den gesammelten Informationen anfangen. Kevin ist mein Begleiter geworden, aber er bestimmt nicht mehr mein Leben und mein Handeln. Es gibt noch einige Baustellen, aber ich werde auch das schaffen. Mein Fokus ist jetzt auf Jobsuche gerichtet, aber genauso mir etwas Gutes zu tun. Endlich die Dinge in Angriff zu nehmen, die ich für mich machen will. Ich würde gern neue Menschen kennenlernen und da ich im Moment noch Zeit habe, kann ich das nutzen. Vielleicht war es nötig für mich so etwas durchzumachen, denn ich glaube zu wissen warum all das solche Ausmaße angenommen hat. Ich habe mich zu wenig um mich selbst gekümmert, war immer für andere da und hab mich selbst so unter Druck gesetzt. Damit soll jetzt Schluss sein!

Herbstdeko selber machen, trocknen und vorbereiten

Abschluss für alle Betroffene mit Panikattacken und deren Angehörige

Diese Zeit kann vorübergehen. Bei jedem dauert es verschieden lang, denn es brauch den richtigen Weg, Unterstützung, Geduld, Durchhaltevermögen und ein bisschen Wille. Ich weiß, dass der Wille nicht immer da ist, dass er ziemlich ungleichmäßig vorhanden ist und schnell auf den Nullpunkt gebracht werden kann. Habt dann Geduld mit euch und ruht euch ein bisschen aus. Jeder kleine Schritt ist unfassbar groß! Selbst, wenn du dich einen Tag, eine Woche oder länger mal ausruhst. Gib dich nicht auf! Ich hatte mich schon in einer Tagesklinik angemeldet, aber brauche es aktuell nicht. Der Weg dorthin ist schwer, aber man brauch in solchen Zeiten professionelle Hilfe. Es gibt die TelefonSeelsorge bei der man anrufen, eine Mail hinschreiben, per Chat sich austauschen oder einen Vor-Ort-Termin machen kann. Ich habe auch eine Seite gefunden, auf der über Depression aufgeklärt wird und wo sich Angehörige auch tolle Informationen holen können.

Ich habe bei der lieben Sandra aka Frau Achtsamkeit einen Beitrag wie sie ihre Erfahrung mit Panikattacken gesammelt hat und wie sie sie selbst losgeworden ist. Schaut doch gern mal bei ihrem Beitrag vorbei!

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Sarah